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Was man im neuen Jahr für die psychische Gesundheit tun kann

Ein neues Jahr liegt vor einem. 365 Tage, unbeschriebene Tage, leere Blätter. Zukunft. In Wahrheit nur eine Vorstellung unseres Geistes, nicht wirklich real, nur in unserer Vorstellung existent. Und trotzdem oder eben genau deswegen machen wir so viel damit. Hier sind sieben Strategien, die helfen können, psychisch gesund durch das neue Jahr zu gehen:

1. Mache keine guten Vorsätze

 

Mehr Sport machen, gesünder essen, endlich den Ex vergessen, endlich eine funktionierende Beziehung aufbauen, ordentlicher sein, … Dies sind wohl die Highlights unserer guten Vorsätze. Und dann kommt der Februar und wir merken vielleicht, dass unsere guten Vorsätze ein wenig in Vergessenheit geraten sind. Und vielleicht haben wir dann das Gefühl, es schon wieder nicht geschafft zu haben und uns schon wieder nicht genug überwunden zu haben und mal wieder kein besserer Mensch geworden sind. Vorsätze haben oft den Beigeschmack, dass wir irgendwie fehlerhaft sind. Vorsätze können suggerieren, dass, wenn wir nur intensiv an uns herumschrauben und feilen und verbessern, es irgendwann schaffen können, gut genug zu sein. Diesen Haltungen liegt ein Mangeldenken zu Grunde. Vielleicht aber können wir es anders sehen, nämlich so, dass wir all das, was wir uns vornehmen zu tun, mehr Sport oder gesünder essen, aus dem Grund tun, weil wir uns etwas Gutes tun wollen, weil wir uns gut um uns, um diesen Körper, kümmern wollen, weil wir es wert sind.

2. Hilf anderen ehrenamtlich

 

Intuitiv wissen wir es alle: anderes zu helfen, tut dem Helfer gut. Und tatsächlich gibt es Studien, die belegen, dass unser Gehirn sich positiv verändert, wenn wir anderen helfen, z.B. nimmt die Stressaktivität ab und das Belohnungssystem wird aktiviert. Indem wir Großzügigkeit praktizieren, tun wir also etwas für unsere Psychohygiene! Wow!

3. Praktiziere Dankbarkeit

 

Vielleicht wieder so eine unterschätze Sache! Psychologische Studien haben gezeigt, dass Dankbarkeit die Frequenz und die Dauer von depressiven Episoden reduziert. Es ist also inzwischen wissenschaftlich bewiesen: Dankbarkeit funktioniert! Und wir können es üben. Beispielsweise können wir jeden Abend an drei Dinge denken, für die wir am heutigen Tag dankbar waren. Und auch wenn es sich am Anfang vielleicht künstlich anfühlt, damit weitermachen und die Haltung der Dankbarkeit in unseren Alltag tragen.

4. Fokussiere das Positive

 

In unseren Achtsamkeitskursen sprechen wir dieses Thema häufiger an: der menschliche Geist hat grundsätzlich die Tendenz sich auf das Negative zu fokussieren. Tendenziell ist das, was nicht gut gelaufen ist, interessanter als das, was gut gelaufen ist. Evolutionär hatte diese Tendenz durchaus Sinn, wenn man bedenkt, dass es wichtiger war, sich daran zu erinnern, welcher Pils im Wald gefährliche Magenkrämpfe verursachte, als welcher Pils einem gut bekommen ist. In Bezug auf unsere emotionale Erinnerung hat diese Funktion nicht besonders viel Sinn. Aber wir können umlernen. Abends vor dem Schlafengehen können wir uns bewusst an drei Dinge erinnern, die an diesem Tag gut gelaufen sind und die schön waren und wir können abspeichern, wie sich diese positiven Gefühle im Körper angefühlt haben.

5. Lache

 

Auch wissenschaftlich erwiesen und irgendwie auch gesunder Menschenverstand: Lachen ist gesund. Lachen entspannt, aktiviert das Belohnungssystem und hilft negative Emotionen und Stress loszulassen.

6. Übe Yoga und Mediation mit anderen

 

Die positiven Auswirkungen von Yoga und Meditation sind vielfach wissenschaftlich untersucht und belegt worden. Oft jedoch liegt die Crux darin, motiviert zu bleiben und „dranzubleiben“. Die Dynamik und die Motivation, die entstehen kann, wenn wir in einer Gruppe üben, wird von Teilnehmern immer wieder als extrem hilfreich in dieser Hinsicht beschrieben. In einer Gruppe zu praktizieren und sich hier mit Menschen auszutauschen kann ein wahrer Segen sein.

7. Nutze MeditationsApps oder abonniere Yoga online-Kurse

 

Sich die Zeit im Alltag für die tägliche Praxis freizuschaufeln, kann oft schwierig sein. Noch schwieriger kann es sein, an die tägliche Praxis zu denken. Eine App kann uns erinnern und helfen, unsere Gewohnheiten zu ändern.

Headspace, Buddhify sind bekannt Meditationsapps. Hilfe bei Ängste leistet „Unwind Anxiety“ (auf Englisch). Und es gibt noch zahlreiche weitere.

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