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Yoga, YouTube, Achtsamkeit und Impingement Syndrom?

Hier schreibt Dr. Malte Thormählen:

Was habe ich über mich gelernt als ich mir beim Heckenscheren im Juni 17 Schulterschmerzen zugezogen habe? Das Durchhalten („Nur noch ein paar Meter.“) und Aushalten („Zähne zusammenbeißen, wenn ich fertig bin, hören die Schmerzen auf.“) Gedanken sind, die nicht helfen.

Vier Wochen Schulterschmerzen. „Das wird schon.“

Acht Wochen Schulterschmerzen. „Kann das nicht endlich weggehen.“

Und dann war es einfach schon fast normal. Unangenehm aber gewohnt. Es tauchte – zumindest rückblickend – ein Muster auf, das ich gut kenne, aber nicht besonders gut mitbekomme: untätiges Abwarten. Im Yoga mein Heil suchend, habe ich dann versucht die Schmerzen zu übergehen.
„Wenn ich die Übung richtig mache, dann wird es helfen.“

Sechs Monate Schulterschmerzen. „Was habe ich eigentlich?“
Mit Tante Google und meinem orthopädischen Halbwissen hatte ich dann die Diagnose: Impingement Syndrom der rechten Schulter. Dabei klemmt sich die sogenannte Rotatorenmanschette im wesentlichen Muskeln zwischen Schulterdach und Oberarmkopf bei Armbewegungen über die 90° ein. Und jedesmal: Autsch!!! Es entsteht durch die vorgebeugte Haltung eines Schreibtischtäters wie mich, indem sich die Sehne des großen Brustmuskels verkürzt und die Muskeln, die den Oberarm nach unten ziehen, verkümmern.

Was nun? „Orthopäden wollen sofort Spritzen geben oder operieren. Bloß nicht.“

Was sagen die Experten auf YouTube dazu, ausgewählt durch die soziale Intelligenz der User?

Interessante und logische Übungen. Den Bereich, wo es sich einklemmt, dehnen und die verkümmerten Muskeln stärken. Ich habe die Übungen möglichst in den schmerzhaften Bereich hineinspürend gemacht, teilweise dorthinein geatmet und auf einen frei fließenden Atem geachtet. Ein ausgemustertes Theraband hat meine Supraspiatus gestärkt und für Durchblutung in dem entzündeten und wenig mit Blut versorgten Gebiet gesorgt.

Diese drei Videos waren bei der Stichwortsuche weit oben, erschienen seriös und hatten einige Daumen hoch:

JoePaleoTV (sieht aus wie ein Fitnesstrainer und ist einer)
Munich Personal Trainer s.o.
Liebscher & Bracht (sieht aus wie ein Arzt, ist aber keiner.)

Dann habe ich meiner körperlichen Erfahrung vertraut. Zu spüren, was machen diese Übungen mit mir?

Und nach einer Woche hatte ich 70% weniger Beschwerden.

Zusätzlich habe im Yoga aufgehört, Übungen zu machen, die sich nicht gut anfühlten, sondern habe mich freundlich um den Schmerz gekümmert und manche Übungen ausgelassen, abgeändert oder früher beendet.
Jetzt sind die Beschwerden, seitdem ich mich 6 Wochen darum gekümmert habe und dran geblieben bin, um 95% gebessert. Ich freue mich sehr und bin dankbar für äußere und innere Weisheit.

Fazit: Es ist nicht leicht, Unwissenheit zu erkennen, aber wenn wir uns auf das Spüren verlassen und auf die Weisheit unseres Herzens hören, können wir einen Weg im Leid finden.

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